„Radius“ ist ein englisches Wort, das im Französischen „Strahl“ bedeutet. Der „Radius“ entspricht daher dem Radius eines Kreises, zu dem das Griffbrett (der Teil des Halses, auf dem Gitarristen ihre Finger platzieren) gehört.
Der Radius ist eines der Maße des Halses einer E-Gitarre. Er sollte nicht mit dem Halsprofil verwechselt werden. Das Profil wird meist durch einen Buchstaben beschrieben, der eine Form darstellt („C“, „D“, „V“), und entspricht der Rückseite des Halses, die in der Handfläche liegt. Der Radius hingegen beschreibt die Form des Griffbretts, auf dem der Gitarrist seine Finger platziert. Er wird üblicherweise in Zoll gemessen, da er bei den ersten Folk-Gitarren in den USA verwendet wurde. Japanische und europäische Marken verwenden das metrische System.
Das Bild zeigt deutlich, dass der Schlüssel ein Teil des Umfangs eines Kreises ist, dessen Durchmesser mehr oder weniger groß ist
Der Unterschied in der Rundung ist zwischen dem Vintage-Hals links und dem modernen Hals rechts sehr deutlich zu erkennen.


Es gibt verschiedene Radiusgrößen, von etwa 7,25 bis 20 Zoll. Der Radius beeinflusst den Spielkomfort. Er wirkt sich auch auf die Stegeinstellung aus, insbesondere bei Gitarren mit höhenverstellbaren Saitenreitern. Beispielsweise verfügen die Stratocaster und die Telecaster über Stege mit höhenverstellbaren Saitenreitern.
Generell gilt: Je größer der Radius (zwischen 16 und 20 Zoll), desto moderner die Gitarre. Das Griffbrett ist flach und ermöglicht schnelles Spielen. Radius, Profil, Breite und Dicke beeinflussen den Spielkomfort. Je kleiner der Radius, desto runder das Griffbrett: Dies deutet sehr wahrscheinlich auf eine Vintage-Gitarre hin.
Sollte man den Radius berücksichtigen, wenn man die Tonabnehmer seiner Lieblingsgitarre austauscht? Die Antwort findet sich in diesem Artikel.
Jede Marke hat, je nach Ära, ihren bevorzugten Griffbrettradius. In den 1950er-Jahren stattete Fender seine Gitarren üblicherweise mit einem 7,25"-Radius (ca. 184 mm) aus, der sehr rund war. In den 1960er-Jahren entwickelte sich daraus ein Griffbrettradius von 9,5" (241 mm). Dieser Radius wird von Fender auch heute noch häufig verwendet, obwohl er ein sehr klassisches Spielgefühl vermittelt.
Die modernsten Modelle der Marke aus Corona sind mit Griffbrettern mit Compound-Radius ausgestattet. Das bedeutet, dass der Radius beispielsweise von 10 Zoll (254 mm) am Sattel bis zu 14 Zoll (355 mm) in der Nähe der Tonabnehmer variiert. Gibson hingegen, um nur die bekanntesten Marken zu nennen, verwendet meist einen 12-Zoll-Radius (genau 304,8 mm). Diese Wahl der Marke aus Memphis lässt sich möglicherweise durch die Verwendung einer „Tune-o-matic“- oder TOM-Brücke erklären, deren Saitenreiter nicht höhenverstellbar sind. Auch die Krümmung der Brücke ist fest und entspricht dem 12-Zoll-Radius des Griffbretts.